Jul 22 2009
Assemblage des Champagners
Der größte Teil der in den Verkauf gelangenden Champagner wird nicht aus Weinen eines einzigen Jahrgangs hergestellt, sondern aus mehreren Jahrgängen und verschiedenen Rebsorten. Diesen „Verschnitt“ nennt man Assemblage.
Warum gibt es die Assemblage?
Den großen Herstellern ist es wichtig, jedes Jahr einen Champagner von annähernd gleicher Güte und Qualität zu produzieren. Viele Kunden erwarten von „ihrem“ gewählten Produkt einen bestimmten Geschmack, eine bestimmte Reife und gleichbleibende Qualität. Um dies zu gewährleisten, verschneiden die Hersteller geeignete Weine und erzielen somit Jahr für Jahr ein annähernd gleichwertiges Produkt innerhalb ihrer Marke.
Was passiert bei der Assemblage?
Die Zusammenstellung der Grundweine, die von Jahr zu Jahr wechselt, ist und bleibt ein großes Geheimnis der Champagnerhersteller, das ihnen niemand entlocken wird. Oft ist es nur eine einzige Person, die letztendlich über diesen wichtigen Bereich bei der Herstellung entscheidet: der Kellermeister, in Frankreich Chef de caves genannt. Er muss Jahr für Jahr eine Assemblage schaffen, bei der Qualität und Stil des Produkts einheitlich bleiben. Manche Firmen verwenden bis zu hundert verschiedene Grundweine, um am Ende eben jene einzigartige Mischung zu erhalten, die Konstanz bei Harmonie, Geschmack und Körper des Champagners garantiert.
Einige wichtige Begriffe rund um die Assemblage
Für das Verschneiden einfacherer Weine verwendet man häufig den Ausdruck Coupage. Erst ab einer bestimmten Qualitätskategorie sprechen Fachleute wirklich von Assemblage.
Ganz feine Häuser benutzen auch schon einmal den Ausdruck „Mariage“ (Hochzeit) – ein Hinweis, dass der Vorgang des Mischens keineswegs in irgendeiner Weise negativ gesehen wird, sondern eher als ein qualitätserhaltendes Verfahren.
Das Produkt der Assemblage wird auch gerne Cuvée genannt. Dieser Begriff wird traditionell aber auch als Mengenangabe für Wein in einem Behälter verwendet, so dass er nicht ganz eindeutig ist.
Und wer hat nun die Assemblage erfunden?
Vermutlich war es ein Benediktinermönch namens Dom Pierre Pérignon. Dieser lebte von 1638 bis 1715 und hat wohl als erster dieses Verfahren angewendet.