Mai 13 2010
Rotweinrebe Syrah
Der Syrah sagt man nach, dass sie einst von Kreuzfahrern aus dem Vorderen Orient nach Europa mitgebracht wurde, daher der Name. Doch wissenschaftliche Untersuchungen haben längst ergeben, dass die Syrah eine reinrassige Französin, und wohl eine Kreuzung aus dem Rhonetal ist.
Ursprünglich vor allem im Rhonetal kultiviert und für Cuvées verwendet, wurde die Rotweinrebe Syrah bald in ganz Frankreich, vor allem dem Languedoc angebaut und längst zu sortenreinen Weinen verarbeitet. Sie besticht durch Beerennoten, vor allem jener nach roter Johannisbeere.
Die Syrah benötigt viel Sonne. Fehlt sie ihr, ist die Folge ein hoher Tanningehalt, der wiederum einen unangenehmen Geschmack des Weines zur Folge hat. Zuviel Sonne jedoch kostet die Syrah ihren Fruchtgeschmack. Als spät austreibende Traube ist sie von früher Kälte gefährdet, welche genau wie Nässe zu Ertragseinbußen führt. Die Triebspitzen der Syrah sind stark weißwollig und ihr Saum hat eine rote Farbe. Ihre jungen Blätter sind auf der Unterseite stark wollig bei lyraförmigen Stielbuchten. Die Trauben sind zylinderförmig, die Farbe ist blauschwarz, das Fruchtfleisch weich. Die Farbe der Beeren ist blauschwarz und sie haben ein sehr weiches Fruchtfleisch.
Unter dem Namen Shiraz ist die Syrah in Übersee bekannt, wo die Traube weniger Kälte und Nässe zu fürchten hat als in Europa. Vor allem in Australien wird die Syrah oder Shiraz im Verschnitt, aber auch sortenrein zu voluminösen Weinen mit bis zu 15% Alkohol verarbeitet. Die tiefrote Farbe der Syrah ist bei diesen Tropfen schon fast schwarz. Der sortenreine, australische Shiraz entfaltet ein überaus intensives Beerenaroma, in der Regel nach schwarzen Beeren.
In Südafrika und Südamerika, vor allem Chile und Argentinien, wird der Shiraz mittlerweile ebenso wie in Australien mit Cabernet Sauvignon verschnitten, oder rebsortenrein verarbeitet. Verarbeitet wird die Syrah mittlerweile unlängst auch in Italien und Kalifornien. Jüngst erzielte ein portugiesischer Bio-Wein mit sortenreiner Syrah einen Wein mit französischer Note, aber doch insgesamt kräftigerer Ausprägung. Der weltweite Weinboom wird sicher dazu führen, dass die im Ausbau komplizierte Rebe weitere Verbreitung erfährt. Der französische, sortenreine Syrah unterscheidet sich ansonsten deutlich von den Genossen aus Übersee. Wer Eleganz möchte, wird den Syrah aus Frankreich bevorzugen. Die begehrte Rebe verfügt darüber hinaus über zahlreiche Synonyme wie Sereine oder Neretto di Dogliani.